Hamburger SV hat im direkten Vergleich mit Nordrivale Werder Bremen das bessere Transferzeugnis für das Sommerfenster erhalten. Das geht aus einer Analyse von Global Soccer Networks hervor, die dem HSV die Note 1- und Werder eine 2+ ausstellte. Der Bericht wurde am Dienstag von NDR.de veröffentlicht. Der HSV startet mit dieser neuen Mannschaft aus einem schwierigen Saisonauftakt heraus, nachdem das Team am ersten Spieltag mit 0:2 bei Borussia Dortmund verlor und aktuell auf Platz 14 der Bundesliga-Tabelle steht.

Wie bewertet GSN die HSV-Transfers?

Global Soccer Networks sieht die Arbeit des Hamburger SV im Sommer positiv. Die Experten stellten fest, dass der Club nahezu jede Reihe des Teams qualitativ verbessert hat. Besonders die Verpflichtungen von Fabio Vieira, der nach seiner Leihe fest verpflichtet wurde, Zakaria El Ouadhi und David Möller Wolfe am Deadline Day wurden hervorgehoben. Sie ergänzen die bereits zuvor getätigten Verpflichtungen von Patson Daka, Terem Moffi, Sebastiaan Bornauw und Albert Grönbaek. Trotz des Abgangs wichtiger Spieler wie Robert Glatzel, Ransford Yeboah Königsdörffer, Luka Vuskovic, Jean-Luc Dompé und Fabio Baldé schätzt GSN den Kader des HSV nun klar besser ein. Die Mannschaft habe laut Analyse die Qualität für einen sicheren Mittelfeldplatz in der Bundesliga.

Kathleen Krüger, die neue Sportdirektorin des HSV, kommentierte die Transferaktivitäten mit den Worten: "alles andere als selbstverständlich und ein starkes Zeichen für unsere Entwicklung". Zusammen mit Claus Costa, dem Direktor Profifußball, und Trainer Merlin Polzin hat sie einen Kader geformt, der breiter aufgestellt ist. GSN sieht allerdings auch kleine Schwachstellen. So gebe es eine gewisse Redundanz auf der Stürmerposition durch ähnliche Spielerprofile und es fehle ein dominanter defensiver Mittelfeldspieler, der den Raum hinter den Angreifern kontrolliert.

Wie schneidet Werder Bremen im Vergleich ab?

Der Nordrivale aus Bremen erhielt von Global Soccer Networks die Note 2+. Auch Werder habe die Qualität und die Kaderbreite mit Verpflichtungen wie Niclas Füllkrug, Eren Dinkci, Henrique Reis, Chuki, Devyne Regeer, Arthur und Iliman Ndiaye erhöht. Fußballgeschäftsführer Clemens Fritz betonte die Flexibilität des Kaders: "Wir haben Jungs im Kader, die zwei, drei Positionen spielen können und sind auf jeder Position mindestens doppelt besetzt". Trainer Daniel Thioune hat somit mehr Optionen zur Verfügung.

Der entscheidende Unterschied liegt im Umgang mit Abgängen. Während der HSV größere personelle Verluste besser kompensiert und die Qualität der Startelf stärker gesteigert habe, muss Werder Bremen vor allem den Abgang von Romano Schmid verkraften. Schmid war ein wichtiger kreativer Spieler für die Bremer. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass Werders Kader zwar breiter und leicht besser in der Qualität ist, der HSV aber im direkten Vergleich die effektivere Transferperiode hatte.

Welche sportliche Ausgangslage hat der HSV?

Die Bewertung der Transfers findet vor einem konkreten sportlichen Hintergrund statt. Hamburger SV startete mit einer Niederlage in die Saison und hat noch keinen Punkt auf dem Konto. In der Tabelle liegt man mit 0 Punkten, 0 Toren und einer negativen Tordifferenz von -2 auf dem 14. Platz. Bis zu Tabellenführer Bayern München beträgt der Rückstand bereits drei Punkte. Die Mannschaft muss nun die positive Transferbewertung in Ergebnisse auf dem Platz ummünzen.

Der nächste Test steht bereits am Sonntag an. Dann empfängt der HSV den FSV Mainz 05 im Heimspiel um 15:30 Uhr. Mainz liegt derzeit auf dem 10. Platz. Das Spiel wird im NDR Livecenter übertragen. Für Merlin Polzin und seine Mannschaft ist es eine frühe Gelegenheit, die erste Saisonzählmarke zu setzen und den Trend aus dem Transferfenster fortzusetzen. Alle kommenden Partien sind auf unserer Spielplan-Seite einsehbar. Die aktuelle Kaderzusammensetzung mit allen Neuzugängen findet sich im Mannschaftsbereich.

Die Deadline-Day-Aktivitäten waren bei beiden Clubs intensiv. Der HSV tätigte am letzten Tag des Sommer-Transferfensters fünf Transfers, Werder Bremen vier. Beide norddeutschen Bundesliga-Rivalen zielen auf eine möglichst sorgenfreie Saison ab. Ob der HSV seinen leichten Vorsprung in der Transferbewertung in der Liga bestätigen kann, wird sich am Sonntag gegen Mainz zeigen.